Die Geschichte des Karmeliterordens in unserer Heimat

Die erste historisch autentische Angabe fällt in die Zeit von Lajos dem Großen. Der Heilige Péter-Tamás, als Bischof von Krona und päpstlicher Legat war sogar zweimal in dem südlichen Teilen des Reiches von Lajos dem Großen (Syrmien). Diese Besuche des Legaten fanden 1355. und 1356. statt. Es gibt keine Daten darüber, ob er in der königlichen Burg in Buda gewesen wäre.

Die Mutter von Lajos dem Großen (Anjou-Dynastie) hatte Beichväter aus dem Karmeliterorden und der König siedelte den Orden an. Ihr Haus befand sich wahrscheinlich in der heutigen Fazekas Straße, neben dem Weingarten der Franziskaner (Margit Ring). Ihre Kirche wurde zu den Ehren der „barmherzigen Mutter” gebaut. Der Brief des Papst Gregor XI., der die Gründung des Ordenshauses angeordnete, entstand am 28. Juli 1372.

Vilmos, Bischof von Pécs gründete am 30. September 1372. in Pécs ein Ordenhaus.

Székesfehévár und Privigye wurden 1426. gegründet. In Eperjes wurde im Jahre 1431 ein Karmeliterordenhaus gebaut.

Die oben erwähnte Ordenshäuser kamen infolge derAusbreitung der türkischen Eroberung zugrunde, nur Eprjes blieb längere Zeit unversehrt. 1529. hörte sich auch dieses Kloster auf zu existieren, aber die dort gebliebenen Väter nahmen an der Pastoralarbeit teil (Pfarrhaus).

Im 14. Jahrhunderte florierte der Orden in Europa. Auf dem Gebiet des ungarischen Königreiches wählte König Lajos der Große den von dem Heiligen Lenard genannten Vater Ferenc (Prior von Buda) zum Bischof des Kirchenkomitats von Argyas (Rumänien, 1390.) Ebenfalls aus dem Budaer Ordenshaus ging der Märtyrer Seliger Ungarischer Antal, der 1399. auf dem Gebiet der heutigen Rumänien hingerichtet wurde, die Türken zu bekehren. In Pécs wurde Vater Hündler Vitusz der Hilfsbischof, dann wurde er im Jahre 1466. nach Győr versetzt.

In diesem Jahrhundert lehrten die Karmeliter an großen europäischen Universitäten, was die Aufgabe der betenden Einsamkeit mit sich brachte. Das Jahrhundert wurde das Jahrhundert der Reformen. Heilige Theresia von Avila und Johannes vom Kreuz führten den Orden zu dem alten Geist zurück. Zu dieser Zeit wüteten die Türken in Ungarn, so konnten keine neue kloster entstehen.

Im Jahre 1644 wurde die Mannersdorfer Heilige Anna Einsiedelei auf dem Gebiet des Kirchenkomitats Győr gegründet. Nach dem Hinaustreibung der Türken errichtete der Kardinal von Szelepcsény zwei Klöster, die der Kölner Norddeutschern Provinz gehörten: Győr (1697.) und Szakolca (1699.).

In dieser Zeit entstanden sogar zwei Klöster vor dem Reform in Buda (heute Theaterhistorisches Institut) und in Székesfehérvár (heute Altersheim für Priester).

In dem Ordenshaus in der Budaer Burg wurde der Speisesaal in seiner ursprünglichen Schönheit zurückgestellt, in dem Treppenhaus wurden die Fresken der Liebfrau vom Karmelberg und der Heiligen Magdalene von Pazz restauriert. Währed der Regierung vom Josef II. gehörten die Ordenshäuser, die sich auf den ungarischen Gebieten befanden, zu den österreichischen Provinzen, die wurden durch die Verordung im Bezug auf die Auflösung der Klöster aufgelassen. 1701. bildete sich die österreichische Provinz, die Ordenshäuser auf ungarischen Gebieten trennten sich von der Kölner Ordensprovinz. Vater Antal und das Denkmalaufsichtsamt gaben Monographien über das Ordenhaus vom Győr aus.

1892. bildte sich aus der Spende von Móric Esterházy das Frauenkloster in Sopronbánfalva, unter der Gerichtsbarkeit des Diözesanbischofs.

1896. gründete Vater István Soós das Budapester Ordenhaus. Die Kirche wurde im Jahre 1898 fertig.

Aus der Initiative Vater Istváns gründete Rom die nicht vollberechtigte Ungarische Ordensprovinz (Semi Provinz). Unser Ordenshaus in Győr wurde das Noviziat bis die Auflösung der Provinz (1950). Im nächsten Jahr errichtete Vater István das Ordenshaus vom Zombor, das infolge des Trianonvertrags zum Jugoslawien geriet. 1917. ergriff Vater István die Initiative einer Gründung in Bukarest, das wurde aber nicht verwirklicht.

Die Schwester von Sopronbánfalva gründeten das Kloster der Schwester von Szombathely, unter der Gerichtsbarkeit des Diözesanbischofs.

Wegen des Verlustes des Ordenshauses von Zombor wurde Győr sowohl Noviziat, als auch Klerikat. 1926. errichtete die Provinz für die Gymnasiasten Zöglinge das Juvenat.

Am 26. Juni 1927. errichtete die Provinz für die Ordenszöglinge das Ordenshaus in Keszthely, unter der Beschützung der Heiligen Therese von Lisieux. Am 5. Oktober 1930. segnete Diözesanbischof Nándor Rott das neue Ordenshaus und noch in diesem Jahr zogen die Zöglinge in das neue Gebäude um. Die Einweihung der Kirche fand 1938. statt. Die Zeremonie wurde vom Patriarch von Venedig, Piazza Adeodatus, Karmeliterbischof verrichtet. 1944. wurde unsere Kirche zum Pfarrhaus.

Am 21. Mai 1936. gründetetn die Schwester von Szombathely neben der Kirche der Allerheiligen in Pécs das Kloster in der Tettye Straße.

Am 22. Juni 1940. gründete die Provinz das Ordenhaus in Kunszentmárton. Die Kirche wurde wegen des Zweiten Weltkriegs und der sowjetischen Besetzung nicht aufgebaut. Die Seminaristen machten hier ihre philosophischen Studien.

Am 8. November 1942. gründete die Provinz das Ordenshaus in Miskolc. Die vorläufige Kirche und das Ordenshaus wurden von dem Hilfsbischof von Eger, Endre Kriston gesegnet.

Am 11. August 1946. segnete Dr. Pál Sárközy, Abt von Bakonybél die Einsiedelei in Attyapuszta.

Das Kapitel von 24. bis 26. Juli 1947. (das von dem Definitorium Generale zusammengerufen wurde) erklärte die Ungarische Barfüßige Karmeliterordensprovinz für vollberechtigte Provinz.

Die Gesetzesverordnung des Ministerrates von 7. September 1950. entzog auch dem Ungarischen Barfüßigen Karmeliterorden die Tätigkeitserlaubnis. Die Ordensmitglieder mussten die Ordenhäuser verlassen.

Am 28. August 1988. bekamen wir zuerst unser Budapester Ordenshaus, dann das in Keszthely, in Attyapuszta, in Kunszentmárton und in Győr. Das Schwesterkloster in Pécs war das Eigentum des Bistums, so wurde es nicht säkularisiert, gleichfalls blieb das Ordenshaus in Miskolc aus der Säkularisierung aus.

Bitten wir Gott um Segen und die Liebfrau vom Karmelberg um Schutz unserer Provinz auch in der Zukunft!

Die Zentren der ungarischen Gemeinde:
Barfüßiger Karmeliterordensprovinz Provinzial

fr. Vörös Imre András József OCD, provinzial

Adresse: 1134. Budapest, Huba u. 12. (Ungarn)
Tel.: +36-1-340-81-09 
E-mail: provincialis@karmelitarend.hu

Die internationale Zentren der Gemeinde:
Casa Generalizia dei Carmelitani Scalzi
Rev. N. P. Saverio Cannistrá
Adresse: Corso d'Italia, 38; I-00198 Rom; Italien
Tel.: +39-6-854-431
Fax: +39-6-8535-0206

Andere Informationen über den Karmeliterorden:
www.carmelitaniscalzi.com

Die kurze Geschichte der Kirche der Kleinen Heiligen Therese von Keszthely